Hast du dich schon einmal gefragt warum Salzstangerl um 1,99€ besser schmecken als welche um 69 Cent? Oder warum ein Föhn um 399€ besser deine Haare trocknet als einer um 13€? Mit der Hilfe von Wein sind deutsche Wissenschaftler dessen auf den Grund gegangen.

„Es ist bekannt, dass ein höherer Preis die Erwartung steigert, dass das Produkt auch besser schmeckt. Allerdings war bislang unklar, wie im Gehirn die Preisinformation letztlich dazu führt, dass teurer Wein auch als besser schmeckend wahrgenommen wird“, sagt Prof. Dr. Bernd Weber vom Center for Economics and Neuroscience (CENs) der Universität Bonn.

Die Wissenschaftler untersuchten wie unterschiedliche Preise in zugehörige Geschmackserlebnisse übersetzt werden, auch wenn der Wein der selbe ist. 30 Personen im alter von Durchschnittlich 30 Jahren wurden dazu mit einem MR-Gerät (Magnetresonanztomograph) überwacht während der Wein verkostet wurde. Das ermöglichte die Aufzeichnung der Aktivität verschiedener Gehirnregionen. Ein Milliliter des Weines wurde den Teilnehmern zugeführt, welche danach jenen Wein auf einer neunteiligen Skala bewerteten. Daraufhin wurde der Mund ausgespült und die nächste Probe vom selben Wein verkostet. Der Preis des Weines wurde zufällig mit 3€, 6€ und 18€ angegeben. Der Wein hatte ursprünglich einen Einzelhandelspreis von 12€.

„Wie erwartet gaben die Probanden an, dass der Wein mit dem höheren Preis besser schmeckt als ein scheinbar günstigerer“, berichtet Prof. Dr. Hilke Plassmann von der Insead Business School. Durch einen höheren Preis wird eine gesteigerte Qualitätserwartung mit dem Wein verknüpft, was ein besseres Geschmackserlebnis auslöst.

Die Untersuchungen zeigen, dass bei höheren Preisen vor allem das Frontalhirn und das ventrale Stratum (ein Teil des Großhirns) aktiviert werden. Während das Frontalhirn großteils für den Preisvergleich und für die Erwartungshaltung verantwortlich scheint, ist das ventrale Stratum Teil des Belohnungssystems. „Das Belohnungssystem wird bei höheren Preisen deutlich stärker aktiviert und verstärkt auf diese Weise offenbar das Geschmackserlebnis“, erläutert Prof. Weber.

Diese Erkenntnis hilft uns vermutlich nicht dabei unser Konsumverhalten vollständig vom Preis zu trennen, Prof. Weber ist jedoch der Meinung dass die Schulung unseres Geschmackssinnes helfen kann jenen “Marketing-Placebo-Effekt” zu überlisten.

 

Hast du gewusst?
Der teuerste Wein der Welt ist ein Burgunder mit einem Preis von mehr als 15.000€!